Berta Schöttler

Wuppertal, Deutschland
gestorben: 
18. April 2024 verschollen
Opfergruppe: 

Schöttler, Berta

geb. Lyon
* 14. November 1895 in Wuppertal
wohnhaft in Bochum

Deportation:
unbekannter Deportationsort

Todesdatum/-ort:
für tot erklärt

 

http://franz-marc-gymnasium.info/homepage/upload/13_14/Ausstellungstafel...

Berta Schöttler
 
 
Berta Schöttler wird am 14. November 1895 im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld als Tochter der jüdischen Kaufmannsleute Moritz und Helene Lyon geboren. Ihre jüngere Schwester Käthe stirbt 1919
im Alter von 16 Jahren. Ihr Bruder Herbert Lyon wandert nach 1945 nach Argentinien aus.
Von 1920 bis 1937 ist sie mit dem „arischen“ Baugeschäftsinhaber und damaligen Oberfeldwe
bel der Wehrmacht Heinrich Schöttler verheiratet.
Die Familie lebt in Bochum in der Grabenstraße 53. Die Ehe wird 1937 geschieden. Ihre beiden
Töchter Marianne und Ingeborg werden in der Volkszählungsliste von 1939 als „Mischlinge ersten
Grades“ aufgeführt. Aus Angst vor einer Verhaftung gehen beide 1944 nach München. Dort können sie in einem „heereswichtigen Betrieb“ Arbeit finden. Nach 1945 wandern sie in die USA aus.
Berta Schöttler wird am 11. oder 12. Januar 1944 in Bochum von der Kriminalpolizei für den
darauffolgenden Morgen zur Deportation in ein Ghetto in Polen zum Bahnhof bestellt. Sie flieht zu
ihren Töchtern nach München. Aus Angst verhaftet zu werden, hält sie sich dort nur kurze Zeit auf.
Schließlich kann sie sich in Velden a.d. Vils und in Schlegelsreuth beim Bauern Irber verstecken. In
Breitenweiher bei Taufkirchen a.d. Vils versorgt sie Anna Holzmann. Zunächst schützt sie die Dorf
- gemeinschaft. Zwischen Berta Schöttler und zwei weiteren Mädchen im Dorf entwickelt sich sogar
eine Freundschaft. Doch Berta Schöttler und Anna Holzmann werden verraten. Heinrich Schöttler, ihr geschiedener Mann, ließ nach seiner jüdischen Frau suchen. Anna Holzmann wird am 3. August 1944 von
der örtlichen Polizei verhört. Trotz ihrer Bitten, Berta Schöttler nicht zu deportieren, da sie sie gerne
weiter als Arbeiterin beschäftige und diese außerdem eine Fußverletzung habe, wird Berta Schöttler
am 21. August 1944 in die Gestapo-Zentrale nach München gebracht.

 

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